Wettkampfbericht 2007
Text und Layout: Berend Breitenstein; Fotos: Roland Hottas
Die vierte Deutsche Meisterschaft der GNBF e.V. übertraf bisher alle bisherigen Wettkämpfe unseres Verbandes.
Mit über 700 Zuschauern, 58 teilnehmenden Athleten/innen und einer, in Zusammenarbeit mit unserem Exclusivsponsor "Spreewelten Sauna & Badeparadies Lübbenau" optimalen Organisation des Wettkampfes, sowie dem Bereitstellen von kostenfreien Unterkünften für die Athleten, wurde ein sehr gutes Gesamtpacket geschnürt. Nicht zu vergessen die großzügige Unterstützung durch die Stadt Lübbenau, vertreten durch Herrn Bürgermeister Wenzel, der ebenfalls grossen Anteil daran hatte, dass die diesjährige Deutsche Meisterschaft im schönen Spreewald stattfand.
Pünktlich um 16 Uhr begann der Wettkampf um die begehrten Titel innerhalb der einzelnen Klassen und den des Deutschen Natural Bodybuilding Gesamtsiegers 2007. Ich wies in meiner Ansprache noch einmal auf die Ziele der GNBF e.V. hin und skizzierte in kurzen Worten, wofür unserer Verband steht, nämlich dafür, die Idee des gesunden, dopingfreien Bodybuildings in Deutschland weiter zu verbreiten und zu zeigen, dass für außergewöhnliche Leistungen in unserem Sport keine Drogen benötigt werden.
Gleich die erste Klasse, die Junioren bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, demonstrierten eindrucksvoll das vorher gesagte. Nicht nur, dass diese Klasse mit neun Athleten zahlenmäßig so stark wie noch nie in der Geschichte der GNBF e.V. besetzt war - es ist wohl ohne Übertreibung richtig davon zu sprechen, dass in diesem Jahr die stärkste Juniorenklasse aller Zeiten im Deutschen Natural Bodybuilding am Start war.
Die Ruhe vor dem Sturm - Vitali Rudkowski und Jonas Bünger
mit ihren Betreuern Sabine, Jonny und Hans aus Hamburg
kurz vor Beginn des Wettkampfes.
Junioren - Backstage
Die Jury unter Vorsitz des Schweizer Vizepräsidenten der SNBF (Swiss Natural Bodybuilding and Fitness Federation), Alex Traber, schonte die jungen Athleten nicht. Immer wieder wurden Vergleiche zwischen einzelnen Athleten gefordert um die Platzvergabe zu ermitteln.
von links nach rechts: Michel Michels (7); Matthias Graile (5) Florian Gallant (1); Jonas Bünger (2); Fabian Buchert (6)
Das immer mehr junge Athleten für sich die Entscheidung gegen Doping getroffen haben, ist eine sehr gute Entwicklung. Die GNBF e.V. wird sich zukünftig verstärkt in der Nachwuchsarbeit engagieren. Bereits jetzt erreichen mit immer häufiger Anrufe und schriftliche Anfragen von interessierten Studiobesitzern und Eltern, die unsere Idee des sauberen Sports unterstützen möchten!
von links nach rechts: Matthias Graile (5); Jonas Bünger (3); Vitali Rudkowski (2); Florian Gallant (1); Xaver Müller (8)
Bild unten: Patrick Solle (4); Vitali Rudkowski (2)
Am Ende ging Florian Gallant, der Deutsche Juniorenmeister 2005 und zweitplatzierte 2006, mit 4:1 Jurystimmer als nahezu einstimmiger Sieger in dieser heißumkämpften Klasse hervor. Florian zeigte sich gegenüber dem Vorjahr in stark verbesserter Form. Insbesondere die in 2006 vermisste Muskelhärte demonstrierte der Ausnahmeathlet in diesem Jahr in eindrucksvoller Weise. In Kombination mit einer sehr soliden Grundmasse und einer ästhetisch feinen Linie errang Florian in eindrucksvoller und verdienter Art und Weise nach 2005 erneut den Titel des Deutschen Natural Bodybuilding Meisters der Junioren.
Den zweiten bis vierten Platz belegten drei Sportler aus Hamburg. Vitali Rudkowski auf dem zweiten Rang bestach vor allem durch seine starke Schultermuskulatur und tief gemeißelte Mittelpartie mit sehr kompakten Bauchmuskeln. Der sehr ausgewogen entwickelte Jonas Bünger platzierte sich mit nur einem Punkt Abstand auf dem dritten Rang. Der Athlet mit der unglaublich starken Beinentwicklung, Patrick Solle, kam auf Rang 4. Die weiteren Plätze belegten Matthias Graile, Fabian Buchert, Michel Michels, Xaver Müller und Friedhelm Rosenow. Alle Teilnehmer der Juniorenklasse zeigten sehr gute Leistungen und es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere von ihnen den erfolgreichen Sprung in die Männerklasse schafft.
Florian Gallant Florian Gallant Berend Breitenstein; Florian Gallant
MASTERS 1 - Männer zwischen 40 und 49 Jahren
Im Anschluss an die Wertung der Juniorenklasse gingen die 8 Athleten der Männerklasse zwischen 40 und 49 Jahren an den Start. Und die "alten Herren" zeigten eine ebenso grandiose Vorstellung wie die vor ihnen aufgetretenen Junioren. In der Spitze bildete sich ein Trio bestehend aus dem Masters - Gesamtsieger 2006, Dr. Andreas Müller, und Klaus Wolski sowie Oliver Bauer, die beide ihr Wettkampfdebüt bei der GNBF e.V. gaben.
Unteres Bild von links nach rechts:
Klaus Wolski (1); Dr. Andreas Müller (2); Oliver Bauer (3)
Wie eng die Entscheidung über die Platzierung dieser drei Ausnahmeathleten war, zeigt der nur sehr geringe Punktebastand zwischen den genannten Wettkämpfern. Jeder Athlet präsentierte den Zuschauern seinen individuellen Körpertypus. Bestach Klaus Wolski durch kompakte, massive und gut definierte Muskelmasse, zeigte Dr. Andreas Müller eine sehr gut definierte und ästhetische Körperentwicklung. Oliver Bauer überzeugte durch seine herausragende Definition und Vaskularität, insbesondere im Oberschenkel - und Wadenbereich.
Die weiteren Plätze waren nicht weniger hart umkämpft. Jürgen Ziegelmeir auf dem vierten, Carsten Rehm auf dem fünften, Thorsten Schüler auf dem sechsten, Ingo Gardlowski auf dem siebenten und Olaf Weber auf dem
achten Rang konnten an die Leistungen der Spitzengruppe hinsichtlich Muskelmasse und Definition noch nicht anschließen, schenkten sich aber in den durch die Jury aufgerufenen Vergleiche nichts.
von links nach rechts: Klaus Wolski (1); Dr. Andreas Müller (2); Oliver Bauer (3)
KLAUS WOLSKI - SIEGER MASTERS 1
Der Kampf um Platz sieben ging an Ingo Gardlowski
(rechts) vor Olaf Weber, der den achten Rang belegte.
MASTERS 2 - Männer ab 50 Jahre
Die Athleten in der Altersklasse ab 50 Jahren
waren der eindruckvolle, lebende Beweis dafür,
dass Bodybuilding ohne Dopingmittel bis ins
hohe Alter nicht nur gesund und fit hält,
sondern das auch in der zweiten Lebenshälfte
noch sehr gute Leistungen hinsichtlich der
Entwicklung von Muskelmasse- und Härte
erzielt werden können. Ebenso wie in der
Masters 1 - Klasse, bildete sich auch in dieser
Gruppe von Anfang an ein dreiköpfiges
Spitzentrio heraus.
Herbert Paduch, der 2004, 2005 und 2006 den Titel des "over 50" - Champions gewonnen hatte, Jochen Möhrstädt, der den Masters "over 40" Sieg im Jahr 2004 errang und nun die Altersgrenze für die Masters 2- Klasse erreicht hatte sowie Harald König kämpften mit grosser Energie um den Triumph in dieser Klasse.
Die ersten drei Plätze wurden durch die Jury einstimmig vergeben: Den Sieg errang aufgrund seiner excellenten Muskelhärte verdient Jochen Möhrstädt vor Herbert Paduch, der wie jedes Jahr in guter Form antrat. Harald König zeigt von Jahr zu Jahr Verbesserungen, war aber noch nicht hart genug, um die Spitze zu erobern. Jonny Pfeiffer aus Berlin ist mit 73 Jahren immer noch in großartiger Form und kam auf den vierten Rang. Wolfgang Nemack auf dem fünften und Georg Sommermeyer auf dem sechsten Platz, die beide die nötige Muskelhärte vermissen ließen, komplettierten das Feld.
Jochen Möhrstädt - Sieger Masters 2
Das Stechen um den Gesamtsieg in den Männer - Masters Klassen entschied Klaus Wolski mit 5:0 Jurystimmen für sich. Jochen nahm diese Entscheidung wie ein echter Sportsman auf und gratulierte Klaus fair und herzlich zu seinem Triumph.
Der Augenblick der Bekanntgabe des Ergebnisses
von links: Klaus Wolski (Sieger Masters 1 und Masters
Gesamtsieger); Jochen Möhrstädt (Sieger Masters 2)
FRAUEN NATIONAL
Die Entscheidung in der Frauenklasse war einstimmig. Jaqueline Lorenz gewann bei ihrem Wettkampfdebüt in der GNBF e.V. aufgrund der gezeigten Härte verdient. Die Vorjahressiegerin Kerstin Kenzler zeigte eine deutliche Verbesserung gegenüber 2006 und überzeugte durch ihre schöne Linie und gut definierte Muskulatur. Ihr zweiter Rang war ebenso einstimmig wie der dritte Platz für Claudia Volber, die eine ordentliche Muskelhärte präsentierte, aber insbesondere im Beinbereich noch Verbesserungen zeigen muss, wenn sie sich bei zukünftigen Meisterschaften weiter nach vorne schieben möchte.
Von links nach rechts: Claudia Volber (3); Jaqueline Lorenz (1); Kerstin Kenzler (2)
JAQUELINE LORENZ - SIEGERIN FRAUEN NATIONAL
FRAUEN INTERNATIONAL
Die Entscheidung zwischen den beiden Teilnehmerinnen in der internationalen Frauenklasse war eindeutig. Flurina Stahel aus der Schweiz gewann mit sehr schöner Linie und guter Form vor der US - Amerikanerin Alisha Welch, die leider jegliche Muskelhärte vermissen ließ. Im Anschluss gab die fünfmalige Schweizer Meisterin und dreimalige internationale Deutsche Meisterin Flurina Stahel ihren Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt. Natürlich muss der Entschluss dieser Ausnahmeathletin akzeptiert werden, aber eine kleine Hoffnung auf ein Comeback bleibt bestehen.
Flurina Stahel bei ihrer Ansprache an das Publikum
Flurina Stahel - Siegerin Frauen International
MÄNNER - LEICHTGEWICHT (bis 75kg Körpergewicht)
Acht Athleten stellten sich im Kampf um den Titel des Deutschen Natural Bodybuilding Meisters im Leichtgewicht. Mit der Meldung von Frank Kaerger zum Wettkampf stand bereits vor Beginn der Wertung der grosse Favorit in dieser Klasse fest. Immerhin gewann Frank im Vorjahr den Gesamtsieg bei der GNBF e.V. Deutschen Meisterschaft und unterlag im Jahr 2005 lediglich Frank Guenther, dem bis dato einzigem deutschen Weltmeister der INBF (www.inbf.net) Und Frank Kaerger enttäuschte nicht. Mit sehr harmonischer Körperentwicklung, ohne erkennbare Schwächen und guter Muskelhärte holte er sich einstimmig den Sieg im Leichtgewicht.
FRANK KAERGER - SIEGER LEICHTGEWICHT
Relativ dicht auf den Fersen war ihm allerdings ein junger Athlet Namens Juri Fege. Juri präsentierte mit seinen 24 Jahren eine im Oberkörperbereich herausragende Definition. Wenn er es schafft, noch 3 bis 4 Kilogramm magere Muskelmasse aufzubauen und die Entwicklung seiner Beine der des Oberkörpers anzupassen, dann wird er in Zukunft nur sehr schwer zu stoppen sein.
Jürgen Hohmann zeigte ebenfalls eine sehr gute Form. Ausgezeichnete Muskeldefinition bei guter Grundmasse brachtem ihm einen verdienten dritten Platz in dem hochkarätigen Feld des Männer - Leichtgewichts. Christian König belegte einen nahezu einstimmigen vierten Platz. Platz fünf ging an Christian Muster, gefolgt von Carlo Aloe auf dem sechsten Rang. Punktgleich mit Carlo platzierte sich, nach seinem Wechsel von den Junioren zu den Männern, Elmar Sorge, der aufgrund der höheren Anzahl an siebenten Plätzen eben diesen Platz belegte. Elmar zeigte eine gute Form aber es fehlt ihm, ebenso wie dem achtplatzierten Achim Schwinge, noch an Muskelmasse - und Härte um in die Spitze vorzudringen.
von links nach rechts: Frank Kaerger (1) ; Jürgen Hohmann (3); Juri Fege (2)
Frank Kaerger (1); Jürgen Hohmann (3)
MÄNNER - MITTELGEWICHT (75 bis 85kg Körpergewicht)
Die Männer - Mittelgewichtsklasse für Athleten mit 75 bis 85kg Körpergewicht war mit 12 gemeldeten Teilnehmern die zahlenmäßig am stärksten besetzte Klasse. Leider musste Michael Göckeritz seinen Start aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, so dass 11 Athleten um den Titel des Deutschen Natural Bodybuilding Meisters im Mittelgewicht ins Rennen gingen.
Verdienter Sieger mit einstimmiger Wertung der Jury wurde der 24 jährige Hendrik Richter. Hendrik ist ein weiterer Athlet der jungen Garde, der aus meiner Sicht eine grosse, auch internationale Karriere vor sich hat. Extrem streifige und sehr kompakte Muskulatur, insbesondere im Brustbereich ließen die Zuschauer nicht selten zuerst staunen und dann in Jubel ausbrechen.
Platz 2 ging ebenso einstimmig an Robert Rößler. Robert präsentierte eine sehr kompakte Muskulatur mit guter Definition und verkörpert den kraftvoll-ästhetischen Typus.
Auf den dritten Rang kam Udo Haffiner, der sich gegenüber dem Vorjahr stark in stark verbesserter Form präsentierte. Wesentlich härter definiert als 2006 waren es lediglich seine in der Entwicklung etwas hinterherhinkende Beinmuskulatur, die
ihm den ganz grossen Triumph in dieser Klasse entzog.
Den vierten Platz belegte Patrick Schneiderhan mit sehr guter Muskeldefinition. Patrick hatte während des Wettkampfes mit Kreislaufproblemen zu kämpfen, hielt aber durch und kämpfte wie ein Löwe. Ein hervorragender vierter Platz in diesem Super - Feld war der Lohn für seine Willensstärke. Wie hoch der Leistungsstandard im Männer - Mittelgewicht war, macht auch die Platzierung von Tobias Rehagel, dem Vorjahressieger in dieser Klasse, deutlich. Tobias war in wirklich guter Form, kam aber über einen fünften Platz dieses mal nicht hinaus. Dennoch eine sehr gute Leistung von ihm und mit 26 Jahren hat er noch reichlich Zeit um bei zukünftigen Meisterschaften wieder um die Nr. 1 zu kämpfen.
Mit einem Punkt Vorsprung auf Platz sieben sicherte sich der ästhetische Dennis Glagau vor dem extrem trockenen Patrik Cicic den sechsten Platz. Sebastian Scherz auf dem achten, Holger Walden auf dem neunten, Guido Sieg auf dem zehnten und Alberto Haun auf dem elften Platz zeigten alle ansprechende Leistungen, konnten sich aber aufgrund fehlender Muskelhärte nicht weiter vorne platzieren.
von links nach rechts: Udo Haffinger (3); Robert Rößler (2);
Hendrik Richter (1) Patrick Schneiderhahn (4) Robert Rößler - 2.Platz
Udo Haffinger - Platz 3 Mittelgewicht Hendrik Richter und Alberto Haun
MÄNNER - SCHWERGEWICHT
Fünf Teilnehmer präsentierten sich im Männer Schwergewicht, der Klasse für Athleten mit einem Körpergewicht von über 85 Kilogramm. Klarer Sieger wurde, ebenso wie im Vorjahr, wieder Christian Kellenberger. Christian präsentierte imposante Muskelmasse und gute Härte bei gleichzeitiger, harmonischer Entwicklung der einzelnen Muskelgruppen. Eine Kombination, die ihm den durch die Jury einstimmig vergebenen Sie in der Schwergewichtsklasse einbrachte.
Christian Kellenberger - Sieger Schwergewicht
von links nach rechts: Heiko Tschierschke (3); Christian Kellenberger (1); Matthias Schwanke (2); Heiko Schmidt (5) Pierre Groß (4)
von links nach rechts: Heiko Tschierschke (3); Heiko Schmidt (5); Pierre Groß (4)
Den zweiten Platz belegte Matthias Schwanke. Matthias war sehr gut definiert, für einen Angriff auf den Sieg fehlten ihm aber noch ein paar Kilogramm Muskelhärte bei gleicher Härte. Das Gegenteil traf auf den drittplatzierten Heiko Tschierschke zu. Heiko war sehr massiv, aber nicht hart genug, um ganz vorne zu landen.
Heiko Tschierschke
Pierre Groß wagte den Sprung aus der Juniorenklasse aus 2005 zu den Männern. Pierre sah prima aus und hat das Potzenzial in den nächsten Jahren ganz weit nach vorne zu kommen. Gleiches gilt für Heiko Schmidt, der ebenso wie Pierre Groß 24 Jahre alt ist. Auch Heiko kann mit harter Arbeit, einigen Kilogramm mehr und bei Verbesserungen seiner Beine in Zukunft den ganz grossen Wurf landen.
MÄNNER - INTERNATIONAL
Die internationale Klasse war mit fünf Athleten besetzt. Ebenso wie im Vorjahr, zeigten die in dieser Wertung teilnehmenden Starter erneut sehr gute Leistungen.
Denkbar knapp, aber verdient, gewann der aus Gambia stammende Ausnahmeathlet Ensa Sanjang vor dem
Schweizer Bruno Stadler. War es für Ensa der erste Wettkampf überhaupt, so konnte sich Bruno in der Vergangenheit immerhin schon den Vize-Weltmeisterschaftstitel unseres amerikanischen Partnerverbandes INBF sichern. Sowohl Ensa, als auch Bruno waren in sehr guter Form. Ensas Stärke ist die harmonische Entwicklung des Körpers mit Stärken im Beinbereich. Als wir uns nach dem Wettkampf länger unterhielten, erzählte er mir, dass er am Beginn seines Trainings in Gambia fast nur die Beine trainiert hat. Eine durchaus bemerkenswerte Verhaltensweise, ist es doch heute oftmals eher so, dass viele Athleten ihr Hauptaugenmerk auf die Entwicklung des Oberkörpers legen.
Ensa Sanjang - Sieger Männer International
Bruno war wie immer Super definiert und präsentierte seinen harmonischen Körper mit einer sehr ansprechenden Posingkür. Mit 2 oder 3 Kilogramm mehr Muskelmasse bei gleicher Härte, wäre es für jeden Athleten auf der Welt schwer, an Bruno vorbeizuziehen.
Jason Bartholomeow aus den USA kam auf den dritten Rang. Jason präsentierte sehr kompakte Muskelmasse bei guter Härte. Besonders die starke Entwicklung seiner Schultermuskulatur fiel dem Betrachter sofort ins Auge.
Troy Saunders, ebenfalls aus den USA, belegte den vierten Platz in dieser Klasse. Troy zeigte die Form, die ihm eine Woche zuvor in der Schweiz (www.natural-bodybuilding.ch) den ersten Platz bei den "Internationalen" einbrachte. Der nun erreichte vierte Platz deutet eindruckvoll auf den sehr hohen Leistungsstand der internationalen Klasse bei der GNBF e.V. Deutschen Meisterschaft.
Diesem Niveau musste auch der aus Kolumbien stammende Nicolas Rojas Tribut zollen. Nicolas war in sehr guter, gegenüber dem Vorjahr deutlich besserer Form nach Lübbenau angereist. Trotz seiner Verbesserungen langte es für nicht mehr als dem fünften Platz. Mit 24 Jahren ist er aber noch jung genug, um bei Wahrung seiner Aufwärtstendenz den Durchbruch im internationalen Vergleich zu schaffen.
Jason Bartholomeow
von links nach rechts:
Bruno Stadler (2); Jason
Bartholomeow (3); Troy
Saunders (4); Ensa Sanjang (1);
Nicolas Rojas (5)
MÄNNER - GESAMTSIEG
Seit Beginn der Veranstaltung hatte kaum ein Zuschauer den Saal verlassen. Alle Anwesenden erlebten als Schlusspunkt des Abends die Wertung zum GNBF e.V. Deutschen Gesamtsieger 2007.
Hierzu stellten sich die einzelnen Klassensieger, nämlich Klaus Wolski (Masters); Florian Gallant (Junioren); Hednrik Richter (Mittelgewicht); Christian Kellenberger (Schwergewicht) und Frank Kaerger (Leichtgewicht) - im Foto von links nach rechts.
Die Jury rief immer wieder Vergleiche zwischen diesen Athleten auf und forderte jeden einzelnen nach den teilweise bereits sehr harten Wertungen um den jeweiligen Klassensieg erneut bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Zuschauer erlebten dabei wahre Champions, die sich durch Kampfgeist, Einsatz und Willen jeden möglichen Vorteil im Vergleich erkämpften und mit jeder Faser ihres Körpers nach dem grossen Wurf, nämlich um den Gesamtsieg bei der Deutschen Natural Bodybuilding Meisterschaft, strebten.
Schließlich zeichnete sich ein Zweikampf zwischen Hendrik Richter und Frank Kaerger ab.
Der Zweikampf um den Gesamtsieg
Bevor Alex Traber als Juryvorstand mir den Zettel mit der Startnummer des Gesamtsiegers reichte, ergriff er das Mikrophon und sprach von einer hauchdünnen Entscheidung. Nur 1 Punkt trennte die beiden vom Platz 1. Ich erhielt schließlich den Wertungszettel und schaute einige Sekunden auf die dort notierte Nummer.
Im Publikum war es so ruhig, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Welcher Athlet würde heute Abend als Gesamtsieger der vierten Deutschen Natural Bodybuilding Meisterschaft nach Hause gehen. Würde es der Gesamtsieger vom letzten Jahr und Lokalmatator, Frank Kaerger geschafft haben oder sein 16 Jahre jüngerer Kontrahent, der Kölner Sportstudent Hendrik Richter?
Dann verkündete ich die Entscheidung: Der Gesamtsieg geht an die Nummer 24 - Hendrik Richter!
Grosser Jubel und Applaus unter den Zuschauern bestätigte das knappe, aber verdiente Ergebniss. In die Begeisterung des Publikums über den Sieger und den gesamten Abend mischten sich die fairen Glückwünsche der einzelnen Klassensieger für Hendrik Richter. Als dann Hendriks Lebensgefährtin auf die Bühne stürmte und ihren Champion umarmte, erlebten die Zuschauer wohl einen der emotionalsten Momente dieser Deutschen Meisterschaft. Der Bürgermeister der Stadt Lübbenau, Herr Helmut Wenzel überreichte dem überglücklichen Gesamtsieger seinen Pokal und zollte Hendrik aufgrund der gezeigten Leistung höchsten Respekt.
Hendrik Richter im Augenblick des Triumphes - Deutscher Gesamtsieger 2007!
Ganz links: Helmut Wenzel, Bürgermeister der Stadt Lübbenau und Schirmherr der
Deutschen Meisterschaft 2007
Ergebnissliste
4.te GNBF e.V. Deutsche Meisterschaft:
Junioren:
1. Platz: Florian Gallant / Lüdenscheid
2. Platz: Vitali Rudkowski / Hamburg
3. Platz: Jonas Bünger / Hamburg
4. Platz: Patrick Solle / Hamburg
5. Platz: Matthias Graile / Weilbach
6. Platz: Fabian Buchert / Heidelberg
7. Platz: Michel Michels /Köln
8. Platz: Xaver Müller / Jößnitz
9. Platz: Friedhelm Rosenow / Berlin
Frauen National:
1. Platz: Jaqueline Lorenz / Schwand
2. Platz: Kerstin Kenzler / Hamburg
3. Platz: Claudia Volber / Hamburg
Frauen International:
1. Platz: Flurina Stahel / Schweiz
2. Platz: Alisha Welch / USA
Masters 1 - over 40
1. Platz: Klaus Wolski / Wangen
2. Platz: Dr. Andreas Müller / Werdau
3. Platz: Oliver Bauer / Neckarsulm
4. Platz: Jürgen Ziegelmeir / Rain
5. Platz: Carsten Rehm / Flörsheim
6. Platz: Thorsten Schüler / Berlin
7. Platz: Ingo Gardlowski / Aachen
8. Platz: Olaf Weber / Bielefeld
Masters 2 - over 50
1. Platz: Jochen Möhrstädt / Aalen
2. Platz: Herbert Paduch / Sonthofen
3. Platz: Harald König / Berlin
4. Platz: Jonny Pfeiffer / Berlin
5. Platz: Wolfgang Nemack / Berlin
6. Platz: Georg Sommermeyer / Bröckau
Männer Leichtgewicht - bis 75kg
1. Platz: Frank Kaerger / Lübbenau
2. Platz: Juri Fege / Uelzen
3. Platz: Jürgen Hohmann / Herborn
4. Platz: Christian König / Falkenstein
5. Platz: Christian Muster / Kamp-Lintfort
6. Platz: Carlo Aloe / Hergatz
7. Platz: Elmar Sorge / Bernsdorf
8. Platz: Achim Schwinge / Falkensee
Männer Mittelgewicht - 75 bis 85kg
1. Platz: Hendrik Richter / Köln
2. Platz: Robert Rößler / Chemnitz
3. Platz: Udo Haffinger / Niederkassel
4. Platz: Patric Schneiderhahn / Saarbrücken
5. Platz: Tobias Rehagel / Frankfurt
6. Platz: Dennis Glagau / Lübbenau
7. Platz: Patrik Cicic / Hamburg
8. Platz: Sebastian Scheerz / Lübbenau
9. Platz: Holger Walden / Fuldabrück
10. Platz: Guido Sieg / Lübbenau
11. Platz: Alberto Haun / Köln
verletzungsbedingt ausgeschieden: Michael Göckeritz / Dresden
Männer Schwergewicht
1. Platz: Christian Kellenberger / Sindelfingen
2. Platz: Matthias Schwanke / Plauen
3. Platz: Heiko Tschierschke / Brunsbüttel
4. Platz: Pierre Groß / Bernsdorf
5. Platz: Heiko Schmidt / Schlüchtern
Männer International
1. Platz: Ensa Sanjang - Gambia
2. Platz: Bruno Stadler - Schweiz
3. Platz: Jason Barthlomeow - USA
4. Platz: Troy Saunders - USA
5. Platz: Nicolas Rojas - Kolumbien
Masters - Gessamtsieger:
5:0 Jurystimmen: Klaus Wolski
Best Posing:
Frank Kaerger
Männer - Gesamtsieger:
3:2 Jurystimmen: Hendrik Richter
WNBF PRO - Card:
Klaus Wolski
Frank Kaerger
Hendrik Richter
Christian Kellenberger
Ensa Sanjang
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